deutsch

Hier finden Sie die deutsche Zusammenfassung unseres aktuellen Stücks:

Aïe! (Aua) – Ein Doktorspiel in französischer Sprache

Rahmenhandlung

Die beiden jungen Pflegerinnen Carla und Berta arbeiten in einem Altersheim. Sie mögen ihren Job nicht besonders und beklagen sich immer wieder über den Gestank und den Dreck, sowie über die Dominanz ihrer Chefin Meggy. Um das auszuhalten machen sie von Zeit zu Zeit eine Champagner-Pause auf dem Balkon.

Meggy wiederum nervt sich über die Faulheit ihrer Mitarbeiterinnen, insbesondere da es viel zu tun gibt mit den Geburtstagsvorbereitungen für Madame Tormann, die wohl nicht mehr allzu lange zu leben hat.  Auch sie mag ihren Job nicht und träumt von einer besseren Zukunft als „Spezialistin“.

Unter den Bewohnern des Heimes herrscht Vorfreude auf den Geburtstag. Madame Tormann, die neunzig Jahre alt wird, interessiert sich speziell für den ihr sonst verbotenen Kakao, den sie ausnahmsweise an ihrem Geburtstag wird geniessen dürfen. Mit ihren bissigen Sprüchen kommentiert sie ständig das Geschehen im Altersheim.

Monsieur Pott ist ein gemütlicher Mensch, der gerne mal einen Schnaps trinkt, grosse Freude an der Gymnastik-Instruktorin hat und zu seiner eigenen Belustigung Madame Tormann gerne mal den Verlust eines Beines androht, sollte sie weiterhin Kakao trinken.

Madame Albert schwört darauf, dass sie ihre lebenslange Gesundheit einzig und allein einem „Glücksbrief“ zu verdanken hat, den sie seinerzeit vom berühmten Doktor Knock persönlich erhalten hat. Und der etwas verwirrte Monsieur Morgan gibt immer wieder Einblicke, wie es ist alt zu werden. Er erzählt wie die Anzüge plötzlich nicht mehr passen, dass Distanzen länger werden, der Zug immer früher abfährt, das Lesen ohne Brille schwierig wird, wie junge Leute hilfsbereit über die Strasse helfen und dass alte Kollegen einen plötzlich nicht mehr erkennen.

Immer wieder erinnern sich die Bewohner an vergangene Zeiten und erzählen von ihren Erfahrungen mit Ärzten:

  1. Rückblende – Doktor Knock

Der junge Doktor Knock hat sich sein Handwerk selber beigebracht und möchte nun seine „Methoden“ in einem geregelten Umfeld praktizieren. Deshalb zieht er in ein ländliches Städtchen und kauft dort dem Ehepaar Parpalaid die schlecht laufende Landarztpraxis ab. Doktor Parpalaid möchte so schnell wie möglich das Land hinter sich lassen und seine Karriere in einer grossen Stadt beenden und ist noch so froh, die Praxis seinem jungen Nachfolger zu überlassen.

Knock beginnt den Bewohnern gratis ärztliche Konsultationen anzubieten. Während diesen Konsultationen redet er seinen Patienten zum Teil sehr absurde Krankheiten ein. Nach und nach gewinnt er das absolute Vertrauen der Bewohner und somit auch die Kontrolle über deren Wohlbefinden. Er mutiert zum beliebten und einflussreichen Arzt des Städtchens.

Als Doktor Parpalaid ein Jahr später von Knocks grossem Erfolg hört, kehrt er zurück, wirft dem jungen Doktor ein unmoralisches und skrupelloses Verhalten vor und versucht die Praxis zurückzukaufen. Knock jedoch hat kein Interesse daran seine „Goldgrube“ aufzugeben. Er erklärt Doktor Parpalaid kurzerhand für krank.

  1. Rückblende – Der Arzt wider Willen

Sganarelle ist ein dem Alkohol zugetaner Holzfäller. Nach einem Ehestreit mit seiner Frau Martine schwört diese Rache. Diese bietet sich als sie zufälligerweise auf die Bediensteten Valère und Lucas trifft, die auf der Suche nach einem fähigen Arzt für die plötzlich verstummte Tochter ihres Hausherrn sind. Martine behauptet, dass Sganarelle ein begabter, aber exzentrischer Arzt sei, der dies erst nach einer richtigen Tracht Prügel zugeben würde. Und so kommt es, dass die beiden Sganarelle mit Prügel und Geldversprechen dazu bringen, sich als Arzt auszugeben und ihnen zu Gérontes Haus zu folgen.

Géronte unterdessen ist verzweifelt, weil seine Tochter Lucinde stumm geworden ist und deshalb die von ihm arrangierte Ehe nicht eingehen kann. Jacqueline, die Amme von Lucinde, hält es für sinnvoller, dass Lucinde ihren Geliebten Léandre heiraten würde. Doch der Vater ist gegen diese Verbindung, da Léandre kein grosses Vermögen besitzt.

Die zwei Diener stellen dem Hausherrn den „Arzt“ vor. Dieser erklärt Géronte umstandsreich, dass seine Tochter stumm sei, weil sie die Sprache verloren hätte und als Kur verschreibt er ihr Bettruhe und in Wein getunktes Brot.

Nun tritt Léandre auf und bittet Sganarelle um Hilfe bei seiner Eroberung von Lucinde. Nach beträchtlicher Bezahlung erklärt sich der „Arzt“ bereit dazu ihm zu helfen und verkleidet ihn als Apotheker. Während Sganarelle Géronte mit weiteren ärztlichen Monologen ablenkt, soll sich der verkleidete Léandre seiner Lucinde nähern und sie „kompromittieren“ so dass Géronte die beiden verheiraten muss.

Als Lucinde ihren Liebhaber erkennt, findet sie auf wundersame Weise plötzlich ihre Sprache wieder und beginnt sich nun ihrem Vater gegenüber vehement gegen die arrangierte Ehe zu wehren. Nun gibt sich Léandre auch Géronte gegenüber zu erkennen und gesteht ihm, von seinem kürzlich verstorbenen Onkel ein beträchtliches Erbe bekommen zu haben. Nach diesem Geständnis steht der glücklichen Verbindung nichts mehr im Wege.